Bäume für Veränderung - Ein Interview mit RuCoNet

Oct 01, 2021 | geschrieben von:

Manchmal kann man einfach nicht anders, als sich von Menschen anstecken zu lassen. Heute stellen wir euch zwei dieser Menschen vor. Hin und wieder etwas chaotisch, aber immer liebenswert und mit einer natürlichen Herzlichkeit ausgestattet, der man sich nur schwer entziehen kann.

Alfred Sella und Wilfred Ngima sind die Gründer von RuCoNet - einer Organisation, die sich den Schutz der Wälder Tansanias und die Förderung lokaler Communities zur Aufgabe gemacht hat. Das Rural Community Network ist einer von mehreren Partnern für die Arbeit, die wir in diesem einzigartigen Land leisten. Deshalb wollte ich die beiden persönlich sprechen! Damit auch ihr direkt von ihnen hören könnt, was es bedeutet, einen Baum in Tansania zu pflanzen. Denn damit helft ihr nicht nur dem Planeten, sondern unterstützt auch die großartige Arbeit von Alfred und Wilfred. 

(Alfred & Wilfred im Interview - zusammen mit Luca, unserem Forestry Manager)

 

Hallo ihr Beiden! Beginnen wir von Vorn: Wie wurde RuCoNet eigentlich gegründet? 

Alfred: Wir beide stammen aus der Region Arusha hier in Tansania, dort wo wir jetzt auch unsere Projekte durchführen. Schon seit Jahren haben wir hier besorgniserregende Beobachtungen gemacht. Vielen Menschen, gerade indigenen Gruppen fehlt es an echter Perspektive. Wir haben uns gefragt: Wie kann man der Bevölkerung hier ein besseres Leben ermöglichen?  Ernährung, Gesundheit bessere medizinische Versorgung und Bildung. Schließlich wurde uns klar: Mit dem Pflanzen von Bäumen können wir alle diese Ziele direkt (oder indirekt) erreichen.

Wilfred: Ich habe vorher schon einige Jahre im NGO-Bereich gearbeitet. Deshalb wurde ich schnell hinzugezogen, als es dann konkret wurde. Mit meiner Erfahrung konnte ich sofort helfen. So haben wir dann die Organisation gegründet, um unseren Bemühungen eine konkrete Form zu geben. 

 

Wie würdet ihr in euren Worten die Mission von RuCoNet beschreiben?

Wilfred: Wir wollen den Menschen hier helfen, ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten besser nutzen und vor allem selbst kontrollieren zu können. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die ethnischen Minderheiten hier im Norden Tansanias - eine Gruppe von Menschen, die es nicht immer leicht hat. Und wir helfen natürlich dem Planeten, indem wir Bäume pflanzen. Zuerst kommt der Planet, auf dem wir leben dann direkt die Menschen - so würde ich es sagen.

Alfred: Am Ende geht es um um das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften und der einzelnen Haushalte. Das können wir mit der besseren Bewirtschaftung des Landes schaffen. Um das langfristig zu machen, halten wir ständig Schulungen für die beteiligten Kleinbauern ab. Die Menschen müssen verstehen, was und vor allem warum wir das tun. Nur so kann das was wir hier tun auch langfristig gut werden, davon sind wir überzeugt. Deshalb führen wir regelmäßige Trainings und Schulungen durch.


(Schulung von RuCoNet in einer lokalen Schule)

Was ist euer nächstes Ziel?

Wilfred: Ein großes Ziel haben wir bereits erreicht. In diesem Jahr haben wir endlich unsere zweite Baumschule errichtet. Damit sind wir nochmal deutlich produktiver! Für uns war es ein wichtiger Schritt.

Alfred: Genau! Im Jahr 2020 haben wir 30.000 Bäume gepflanzt. In diesem jahr sollen es bis zu 60.000 werden. Damit sind wir in der Lage, noch mehr Menschen zu helfen! Insgesamt sind aktuell 412 Kleinbauern aus 7 Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten. Dorfbewohner und auch Menschen aus lokalen Institutionen - eine unserer Baumschulen ist beispielsweise auf dem Gelände einer Schule. 

Luca: Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich am Anfang nicht wirklich überzeugt war davon eine zweite Baumschule zu errichten. Denn es bedeutet mehr Organisation, mehr Arbeit, mehr Transport. Aber die beiden haben mich überzeugt - mit Recht. Denn das Ergebnis kann sich sehen lassen!

 

Was sind die Herausforderungen eurer Arbeit?

Wilfred: Nun, natürlich gibt es hier und da “kleine” Herausforderungen. In der Region, in der wir tätig sind ist der Zugang zu Wasser eine davon. Wir arbeiten an einer Lösung, damit wir unsere Baumschulen bestmöglich versorgen können. Aber es wird langsam!

Alfred: Dann wären da noch die Sprossen. Es ist nicht so leicht, hochwertige Sprossen für den Grafting-Prozess zu finden. Manchmal dauern die Verwaltungsprozesse hier etwas länger, wodurch Verzögerungen entstehen können. Aber das ist für uns normal. Verglichen mit unserem Beginn vor einigen Jahren sind das alles Kleinigkeiten, die uns nicht aufhalten.


Was denkt ihr über die Zusammenarbeit mit Treedom - kommt ihr gut mit Luca klar?


Alfred: (lacht) Ja! Es macht uns großen Spaß mit Treedom zusammenzuarbeiten. Für uns ist die Partnerschaft eine enorme Hilfe. Das Beste: Wir können uns immer darauf verlassen, dass jemand da ist, wenn wir Hilfe oder Unterstützung brauchen. 


Wilfred: Stimmt! Luca ist sehr organisiert, mehr als wir (lacht). Man muss sagen, dass das Wissen der Menschen hier in dieser landwirtschaftlichen Gegend schon ziemlich ausgeprägt ist. Was oft fehlt ist ein Partner, der die nötige Struktur und Planung ermöglicht, diese wertvollen traditionellen Strukturen richtig umzusetzen. Das ist Treedom für uns. Wir sind sehr dankbar für diese Zusammenarbeit und für die vielen Menschen, die Bäume pflanzen um uns zu unterstützen.
 

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